SAN GIOVANNI ALS INDUSTRIELLES GEBIET 


Von den Mühlen zu den borbonischen

Werkstätten Die moorige Natur des Bodens und das Vorhandensein zahlreicher Wasserläufe - mit Sturzbächern - erleichterten eine mässige Konzentration von Mühlen, die einzig mögliche Tätigkeit in dieser Region. Die Bedeutung von dieser Aktivität wird von der "Fabrik der Öffentlichen  Getreidespeicher",die jenseits der Maddalena Brücke ist, bezeugt. In den ersten Jahren des letzten Jahrhunderts erschien San Giovanni als ideeller Ort für die Einrichtung einiger Industrien. Ferdinando II. von Borbone wählte Pietrarsa als geeigneten Ort für die erste industrielle Werkstatt, die die vom Ingenieur Bjard erbauten Lokomotiven herstellen würde.

Nach dem Bau der Eisenbahn verbreiteten sich in dieser Zone, vor und nach der Einigung Italiens, Eisen- und Konservenindustrien. Bekannt waren auch die Textilindustrie Snia Viscosa und  die Erdölindustrie Agip.


Die Corradini Fabrik

1872 wurde in San Giovanni a Teduccio eine Fabrik zur Verarbeitung von Kupfer und Messing mit französischem Kapital gegründet. 1882 wurde diese Fabrik dem Schweizer Giuseppe Corradini verkauft und blieb bis 1949 aktiv.

Im Laufe der Zeit wurde sie bis zu einer  Fläche von 3000 Quadratmeter  vergrößert.


Die Konservenindustrie Cirio

Diese Industrie wurde von Francesco Cirio (1836-1900) gegründet, der in Turin eine Fabrik zum Eindosen von Erbsen hatte. Seine wirtschaftliche Initiative war so erfolgreich, dass sie sich in viele Zonen Italiens und Europas verbreitete.

In Süditalien hatte die Cirio Betriebe in Castellammare di Stabia, Paestum, Pagani, Mondragone, Pontecagnano, Vieste, Sala Consilina, Caiazzo, Capua und auf der Matese Bergkette. Der alte Sitz der Cirio Fabrik liegt in San Giovanni a Teduccio, in via Signorini, wo eine Universität in der nahen Zukunf errichtet werden sollte; ein Eintritt zu einer anderen Fabrik ist in Vigliena.


Die Werkstätten von Pietrarsa

Die alten Werkstätten von Pietrarsa - jetzt als Museum der Staatsbahn genutzt - liegen in Portici an der Grenze mit San Giovanni. Aufgrund der Rolle, die sie im Leben des Viertels gespielt haben, sind sie Bestandteil seiner Geschichte. 1830 errichtete Ferdinand II. von Borbonen, nachdem er den Thron der "zwei Sizilien" bestiegen hatte, in Torre Annunziata eine Werkstatt, die Kriegsmaterial herstellte. Die Leitung der Arbeiten wurde dem Artillerieleutnant Luigi Corsi übergeben, der bald sein technisches und organisatorisches Talent offenbarte. Später, im Jahre 1839 - anläßlich des Baus der ersten Eisenbahn der Halbinsel (Neapel-Portici), wurde die Werkstatt an einen geeigneteren Ort verlegt: nach Pietrarsa, früher Pietra Bianca (Weißer Stein) genannt. Hier wurde das für die Eisenbahn benötigte Material hergestellt und 1841 wurde eine Ausbildungsstätte für Lokomotivführer errichtet. Zwischen 1845 und 1849 besuchten die Werkstätte des Zars Nikolaus I. aus Rußland und der Papst Pio XI., der die Arbeiter und die Anlagen segnete.

1852 wurde in Pietrarsa das Riesenstandbild von Ferdinand II. errichtet; das man heute noch am Platz bewundern kann. 1905 wurden die Werkstätte infolge der Verstaatlichung der Staatsbahn absorbiert. In den 20er Jahren, wie auch zu Beginn des folgenden Jahrzehntes wurden dieAnlagen modernisiert. Nach dem II. Weltkrieg begann wegen der immer massiveren Verbreitung der Elektrolokomotiven die langsame und unabwendbare Agonie von Pietrarsa. Heute ist Pietrarsa ein sehr schönes Museum der Staatsbahn, wo viele Lokomotivmodelle sind.

Von besonderem Interesse sind der erste Zug, der 1839 von Neapel nach Portici fuhr und einige  Eisenbahnwagen des königlichen Zuges der Familie Savoia. Der Eintritt ist in via  Pietrarsa, einer Querstraße vom Corso san Giovanni. Besucher können aber  das Museum auch vom Pietrarsa Bahnhof in San Giorgio a Cremano betreten.

Öffnungszeit: 9.00-13.00 Tel.: 081 1472003